So nutzen Sie das Baufinanzierungs-Glossar
Das Baufinanzierungs-Glossar erklärt wichtige Begriffe rund um Anschlussfinanzierung, Restschuld, Modernisierung und Kaufnebenkosten verständlich und kompakt. Es hilft Ihnen dabei, Fachbegriffe schnell einzuordnen und Zusammenhänge besser zu verstehen.
Das Glossar dient der ersten Orientierung und ersetzt keine individuelle Beratung. Viele Begriffe hängen von gesetzlichen, steuerlichen oder vertraglichen Regelungen ab. Prüfen Sie deshalb vor wichtigen Entscheidungen immer Ihre persönliche Situation und die aktuell geltenden Rahmenbedingungen.
Alphabetische Übersicht A | B | D | E | F | G | K | M | N | P | R | S | T | U | V | Z
A
Anschlussfinanzierung
Eine Anschlussfinanzierung wird benötigt, wenn nach Ablauf der Sollzinsbindung noch eine Restschuld besteht. Für diesen verbleibenden Darlehensbetrag werden neue Finanzierungskonditionen vereinbart.
Annuitätendarlehen
Ein Annuitätendarlehen ist eine häufig genutzte Form der Baufinanzierung. Die regelmäßige Rate setzt sich aus Zins und Tilgung zusammen. Mit zunehmender Laufzeit sinkt innerhalb der Rate der Zinsanteil, während der Tilgungsanteil steigt.
B
Baufinanzierung
Unter Baufinanzierung versteht man die Finanzierung eines Immobilienkaufs, eines Neubaus oder anderer größerer Immobilienvorhaben. Sie besteht häufig aus Eigenkapital und einem oder mehreren Darlehen.
Beleihungswert
Der Beleihungswert ist ein von der Bank ermittelter Wert einer Immobilie, der bei der Finanzierung als langfristig orientierte Bewertungsgrundlage dient. Er ist nicht automatisch mit dem Kaufpreis oder aktuellen Marktwert identisch.
Bereitstellungszinsen
Bereitstellungszinsen können anfallen, wenn ein zugesagtes Darlehen nach Ablauf einer vereinbarten bereitstellungszinsfreien Zeit noch nicht oder noch nicht vollständig abgerufen wurde. Das kann beispielsweise bei Neubauten oder umfangreichen Sanierungen relevant sein, wenn Rechnungen nach und nach bezahlt werden.
Bonität
Die Bonität beschreibt die Kreditwürdigkeit eines Darlehensnehmers. Dabei wird geprüft, ob die finanziellen Voraussetzungen für eine zuverlässige Rückzahlung des Darlehens gegeben sind.
D
Darlehen
Ein Darlehen ist ein Geldbetrag, den ein Darlehensgeber für einen vereinbarten Zeitraum zur Verfügung stellt. Der Darlehensnehmer zahlt den Betrag entsprechend den vertraglichen Vereinbarungen zurück und leistet dafür in der Regel Zinsen.
E
Effektiver Jahreszins
Der effektive Jahreszins berücksichtigt neben dem Sollzins weitere preisbestimmende Faktoren einer Finanzierung. Er erleichtert dadurch den Vergleich unterschiedlicher Darlehensangebote.
Eigenkapital
Eigenkapital sind finanzielle Mittel, die Käufer selbst in die Finanzierung einer Immobilie einbringen. Dazu können beispielsweise Sparguthaben oder andere verfügbare Vermögenswerte gehören.
Wie viel Eigenkapital sinnvoll ist, hängt von Kaufpreis, Kaufnebenkosten, vorhandenen Rücklagen und der persönlichen Finanzierungssituation ab.
Eigenleistung
Eigenleistungen sind Arbeiten an einer Immobilie, die Bauherren oder Käufer selbst übernehmen. Dadurch können Handwerkerkosten reduziert werden. Bei der Finanzierung sollten Umfang und Wert der Eigenleistungen realistisch eingeschätzt werden.
Energieeffizienz
Energieeffizienz beschreibt, wie sparsam ein Gebäude Energie nutzt. Eine bessere Dämmung, moderne Heiztechnik oder erneuerbare Energien können dazu beitragen, den Energiebedarf einer Immobilie zu reduzieren.
F
Finanzierung
Eine Finanzierung beschreibt die Bereitstellung und Planung der finanziellen Mittel für ein Vorhaben. Beim Immobilienkauf setzt sie sich häufig aus Eigenkapital und Fremdkapital zusammen.
Forward-Darlehen
Ein Forward-Darlehen ermöglicht es, eine Anschlussfinanzierung bereits vor Ablauf der bestehenden Sollzinsbindung zu vereinbaren. Die Auszahlung beziehungsweise Ablösung erfolgt erst zu einem späteren Zeitpunkt.
Damit kann ein zukünftiger Zinssatz frühzeitig gesichert werden. Je nach Vorlaufzeit kann dafür ein Zinsaufschlag anfallen.
Fördermittel
Fördermittel sind öffentliche Unterstützungen für bestimmte Vorhaben. Beim Immobilienkauf, Neubau oder bei energetischen Modernisierungen können je nach Programm beispielsweise Zuschüsse oder Förderdarlehen infrage kommen.
Da sich Programme und Voraussetzungen ändern können, sollten Fördermöglichkeiten aktuell geprüft werden.
G
Grunderwerbsteuer
Die Grunderwerbsteuer fällt grundsätzlich beim Erwerb eines Grundstücks oder einer Immobilie an. Ihre Höhe richtet sich nach dem jeweiligen Bundesland und dem steuerlich maßgeblichen Kaufpreis.
Sie gehört zu den wichtigsten Kaufnebenkosten.
Grundbuch
Das Grundbuch ist ein öffentliches Register, in dem unter anderem Eigentumsverhältnisse, Grundpfandrechte und bestimmte Belastungen eines Grundstücks eingetragen werden.
Grundschuld
Eine Grundschuld dient häufig als Sicherheit für eine Immobilienfinanzierung. Sie wird zugunsten des Finanzierungspartners in das Grundbuch eingetragen.
Wird das Darlehen nicht vertragsgemäß zurückgezahlt, kann die Grundschuld dem Kreditgeber unter bestimmten Voraussetzungen ermöglichen, auf die Immobilie als Sicherheit zurückzugreifen.
K
Kaufnebenkosten
Kaufnebenkosten entstehen zusätzlich zum eigentlichen Kaufpreis einer Immobilie. Dazu gehören insbesondere Grunderwerbsteuer sowie Notar- und Grundbuchkosten. Je nach Kauf können außerdem Maklerkosten anfallen.
Kaufpreis
Der Kaufpreis ist der zwischen Käufer und Verkäufer vereinbarte Preis für die Immobilie. Für den gesamten Kapitalbedarf müssen zusätzlich die Kaufnebenkosten und gegebenenfalls notwendige Modernisierungen berücksichtigt werden.
Kreditwürdigkeit
Die Kreditwürdigkeit beschreibt die Einschätzung, ob ein Kreditnehmer finanziell in der Lage ist, die vereinbarten Zahlungsverpflichtungen dauerhaft zu erfüllen. Berücksichtigt werden dabei unter anderem Einkommen, Ausgaben, bestehende Verpflichtungen und weitere finanzielle Faktoren.
M
Maklerprovision
Die Maklerprovision ist die Vergütung für die Vermittlung einer Immobilie durch einen Makler. Ob und in welcher Höhe Käufer einen Anteil übernehmen, hängt vom konkreten Immobiliengeschäft und den gesetzlichen Rahmenbedingungen ab.
Modernisierung
Eine Modernisierung verbessert den Wohnwert oder den technischen Standard einer Immobilie. Beispiele sind eine neue Heizungsanlage, bessere Wärmedämmung, neue Fenster oder die Modernisierung von Bad und Küche.
Monatsrate
Die Monatsrate ist der Betrag, der regelmäßig für die Rückzahlung einer Finanzierung gezahlt wird. Bei einem klassischen Annuitätendarlehen setzt sie sich insbesondere aus Zins und Tilgung zusammen.
N
Nebenkosten
Beim Immobilienkauf wird häufig zwischen Kaufpreis und Kaufnebenkosten unterschieden. Auch nach dem Kauf entstehen laufende Nebenkosten, beispielsweise für Energie, Versicherungen, kommunale Abgaben oder die Instandhaltung.
Notarkosten
Beim Immobilienkauf ist eine notarielle Beurkundung des Kaufvertrags erforderlich. Für die Tätigkeit des Notars entstehen Gebühren, die zu den Kaufnebenkosten gehören.
P
Prolongation
Bei einer Prolongation wird eine bestehende Immobilienfinanzierung nach Ablauf der Sollzinsbindung beim bisherigen Finanzierungspartner fortgeführt. Für die verbleibende Restschuld werden neue Konditionen vereinbart.
R
Restschuld
Die Restschuld ist der Teil eines Darlehens, der zu einem bestimmten Zeitpunkt noch nicht zurückgezahlt wurde.
Bei einer Baufinanzierung ist insbesondere die Restschuld am Ende der Sollzinsbindung wichtig, da sie gegebenenfalls über eine Anschlussfinanzierung weiterfinanziert werden muss.
Rücklage
Eine Rücklage ist Geld, das für zukünftige oder unerwartete Ausgaben zurückgehalten wird. Immobilieneigentümer sollten beispielsweise mögliche Reparaturen, Instandhaltung und Modernisierungen bei ihrer Finanzplanung berücksichtigen.
S
Sondertilgung
Eine Sondertilgung ist eine zusätzliche Rückzahlung eines Darlehens außerhalb der regulären Raten. Dadurch kann die Restschuld schneller reduziert werden.
Ob und in welcher Höhe Sondertilgungen möglich sind, hängt von den Vereinbarungen im Darlehensvertrag ab.
Sollzins
Der Sollzins ist der Zinssatz, den ein Darlehensnehmer für das geliehene Kapital zahlt. Er ist ein wichtiger Bestandteil der Kreditkosten.
Sollzinsbindung
Die Sollzinsbindung bezeichnet den Zeitraum, für den der vereinbarte Sollzinssatz festgeschrieben ist. Während dieser Zeit verändert sich der Zinssatz aufgrund allgemeiner Marktentwicklungen nicht.
Nach Ablauf der Sollzinsbindung kann bei bestehender Restschuld eine Anschlussfinanzierung erforderlich werden.
T
Tilgung
Die Tilgung bezeichnet die Rückzahlung des aufgenommenen Darlehens. Je höher die Tilgung bei ansonsten gleichen Bedingungen ist, desto schneller sinkt grundsätzlich die Restschuld.
Tilgungssatz
Der Tilgungssatz gibt an, welcher Anteil des Darlehens zu Beginn der Finanzierung innerhalb eines Jahres zurückgezahlt wird. Zusammen mit dem Sollzins beeinflusst er die anfängliche monatliche Rate.
Tilgungssatzwechsel
Ein Tilgungssatzwechsel ermöglicht es, die Höhe der laufenden Tilgung während der Finanzierung anzupassen. Ob und wie häufig dies möglich ist, hängt vom jeweiligen Darlehensvertrag ab.
U
Umschuldung
Bei einer Umschuldung wird ein bestehendes Darlehen durch eine neue Finanzierung abgelöst. Im Rahmen einer Anschlussfinanzierung kann dies mit einem Wechsel des Finanzierungspartners verbunden sein.
Dabei sollten nicht nur Zinssätze, sondern auch mögliche Kosten und die Vertragsbedingungen der neuen Finanzierung berücksichtigt werden.
V
Vollfinanzierung
Bei einer Vollfinanzierung wird ein sehr großer Teil oder der gesamte Kaufpreis einer Immobilie über Fremdkapital finanziert. Teilweise werden darunter auch Finanzierungen verstanden, die zusätzlich Kaufnebenkosten umfassen.
Eine solche Finanzierung kann mit höheren Anforderungen und Risiken verbunden sein und sollte individuell geprüft werden.
Volltilgerdarlehen
Bei einem Volltilgerdarlehen wird die Finanzierung so geplant, dass das Darlehen innerhalb der vereinbarten Sollzinsbindung vollständig zurückgezahlt wird. Am Ende besteht somit grundsätzlich keine Restschuld mehr.
Z
Zins
Der Zins ist der Preis für die Nutzung geliehenen Kapitals. Bei einer Baufinanzierung beeinflusst die Höhe des Zinssatzes gemeinsam mit Tilgung, Darlehensbetrag und Laufzeit die finanzielle Belastung.
Zinsbindung
Der Begriff Zinsbindung wird im Alltag häufig synonym zur Sollzinsbindung verwendet. Er beschreibt den Zeitraum, für den der Zinssatz eines Darlehens fest vereinbart wird.
Zinsänderungsrisiko
Das Zinsänderungsrisiko beschreibt das Risiko, dass für eine zukünftige Finanzierung oder Anschlussfinanzierung ein höherer Zinssatz gilt. Dadurch kann sich bei gleicher Restschuld die monatliche Belastung erhöhen.
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